Stärkung von Kindern für ökologische Nachhaltigkeit durch E-STEM – Das EcosySTEM-Projekt wird in der Türkei, Griechenland, der Ukraine und Bulgarien umgesetzt. Durch MINT-Bildung entdecken Kinder das Wissen der Natur und werden mit einer Vision vertraut gemacht, die wissenschaftliche Lösungen für die Umweltprobleme von heute und morgen sucht.
Eine Bildungsbewegung, die sich von Istanbul zum Schwarzen Meer ausbreitet
Ein Lernlabor in Kadıköy, einem der geschäftigsten Stadtteile Istanbuls… An einem Tag lassen Kinder solarbetriebene Autos, die sie selbst gebaut haben, auf dem Boden fahren, testen den pH-Wert von Wasserproben mit selbst vorbereiteten Kits und lernen, wie man ohne Erde Salat mit Aquaponik-Systemen anbaut. An einem anderen Tag erstellen sie Projekte aus recycelten Materialien und erkunden brandneue Ökosysteme mit Virtual-Reality-Brillen.
Dies ist kein gewöhnliches Bildungszentrum; es ist das Produkt eines völlig neuen Ansatzes für Umweltbildung. Das EcosySTEM-Projekt, unterstützt durch das Interreg NEXT Programm für das Schwarze Meer der Europäischen Union, wird mit Beteiligung von Partnern aus der Türkei, Griechenland, der Ukraine und Bulgarien durchgeführt. Es werden praxisorientierte Lernprogramme angeboten, die Wissenschaft, Technologie und Kreativität verbinden, um Kindern im Alter von 8 bis 15 Jahren Umweltbewusstsein zu vermitteln.
Die Leitung des Projekts obliegt dem International Development and Environment Association – IDEA Universal aus der Türkei. Die Direktorin des Vereins und des Projekts, Evrim Aykan, fasst die Arbeit wie folgt zusammen: „Wir vermitteln Kindern nicht nur Umweltwissen. Wir statten sie so aus, dass sie die Eco-Leader ihrer Generation werden; wir ermöglichen es ihnen, zu Individuen zu werden, die produzieren, kritisch denken und ihre Gemeinschaften schützen.“

Gemeinsame Verantwortung für das Schwarze Meer
Das Schwarze Meer-Becken verfügt zwar über eine reiche biologische Vielfalt, sieht sich jedoch mit grenzenlosen Problemen wie Entwaldung, Erosion und Wasserverschmutzung konfrontiert. Das EcosySTEM-Projekt bringt die vier Länder in einer gemeinsamen Vision zusammen und ermöglicht es Kindern, kreative Lösungen für diese Probleme zu entwickeln.
Die Pilotumsetzung, die im Juli in der Türkei begann, wurde zeitgleich auch in Bulgarien, Griechenland und der Ukraine gestartet. Der Prozess wird durch grenzüberschreitende Zusammenarbeit und gemeinsame Bildungsmaterialien unterstützt. Evrim Aykan betont: „Umweltprobleme halten nicht an Landesgrenzen; Lösungen sollten ebenfalls keine Grenzen kennen. Durch gemeinsames Arbeiten stärken wir eine neue Generation, die ihre Region und ihre Zukunft als ein gemeinsames Projekt betrachtet.“
Umweltbildung mit sechs Modulen
Das Programm besteht aus sechs Modulen: Ökosysteme und Biodiversität, Umwelt und Wasser, Umwelt und Luft, Umwelt und Boden, Umwelt und Erneuerbare Energien sowie Umwelt und Abfallmanagement.
Kinder lernen die Umwelt durch Aktivitäten kennen, die Experimente, Messinstrumente und Kreativität kombinieren.
Biodiversität: Sie entdecken die Lebewesen um sich herum, lernen ökologische Abhängigkeiten kennen und erleben verschiedene Lebensräume mit VR-Brillen.
Wasser: Sie analysieren Wasserressourcen mit ihren eigenen Testkits und hinterfragen den Zugang zu sauberem Wasser.
Luft: Sie untersuchen Luftverschmutzung und Klimamuster mit Messgeräten.
Boden: Sie begreifen die Bedeutung des Bodens through Hydroponik-Experimente, Erosionsdemonstrationen und Bodentests.
Erneuerbare Energien: Sie entwerfen und lassen solarbetriebene Fahrzeuge fahren.
Abfallmanagement: Sie lernen den Wert von Ressourcen through Recyclingprojekte und betrachten Abfall als ein Designproblem.
Laut Evrim Aykan: „Wir wollten, dass die Module sowohl wissenschaftliche Strenge als auch die Vorstellungskraft der Kinder widerspiegeln. Deshalb haben wir Datenerfassung mit Kreativität kombiniert. Manchmal bauen sie eine Erfindung mit Solarenergie, manchmal machen sie sich auf die Suche, um die Biodiversität in einem Wald zu erkunden.“

Große Ideen von kleinen Wissenschaftlern
Die Ausbilder berichten, dass Kinder, die das Programm mit einfachen Fragen beginnen, schnell das Selbstvertrauen erlangen, ihre eigenen Systeme zu entwerfen. Kinder tragen das Gelernte nach Hause, teilen es mit ihren Geschwistern, Freunden und Nachbarn. Mit Aykan’s Worten: „Sie lernen nicht nur die Natur kennen; sie wissen, dass sie die Natur gestalten und schützen können.“
Auch die Führungskräfte von heute
Das EcosySTEM-Projekt ist nicht nur eine Bildungsinitiative; es ist auch eine langfristige Vision. Durch Gespräche mit lokalen Bildungsbehörden soll das E-STEM-Modell dauerhaft in die Lehrpläne integriert werden.
IDEA Universal – EcosySTEM-Direktorin Aykan weist darauf hin, dass junge Menschen die Führungskräfte von heute sind: „Wenn wir Kinder nur als die Bürger von morgen betrachten, verschieben wir dringende Lösungen. Sie sind bereits Bürger; sie sind ein Teil ihrer Nachbarschaften, ihrer Schulen, und sie beweisen jeden Tag, dass sie bereit sind, Führung zu übernehmen. Mit diesem Projekt erinnern wir sie daran, dass sie die Macht haben, die Gegenwart zu gestalten. Sie warten nicht mehr auf Erlaubnis; sie probieren aus, sie tun, sie lernen und sie setzen um.“



















































