Psychiater Prof. Dr. Emin Önder, der Gründer der Zeitschrift PsikeArt, war Gast in der Sendung Turkey Haber Portalı & Gülbin Vardar’la Biz Bize Özel. Er sprach über die Reise der Zeitschrift bis zu ihrer 100. Ausgabe, teilte wichtige Einschätzungen zur psychischen Gesundheit in der Türkei und erörterte neue Projekte.
In dem Interview in seinem Büro in Nişantaşı, Istanbul, beantwortete Prof. Dr. Emin Önder die Fragen der Moderatorin Gülbin Vardar. Er sprach über das 16-jährige Abenteuer von PsikArt und dieses einzigartige Publikationsmodell, das eine Weltpremiere ist.
„Die 100 Ausgaben umfassende Reise geschah nicht über Nacht“
Önder betonte, dass die Erreichung der 100. Ausgabe das Ergebnis langfristiger Bemühungen und der Unterstützung der Leser sei. Er erklärte: „Dies war ein Prozess, der 2008 mit einer Idee begann, eine populäre Zeitschrift zu schaffen, die das Bewusstsein der Menschen schärfen sollte. Dass es sich um eine thematische Zeitschrift handelt, die in jeder Ausgabe ein Thema intensiv behandelt, war der Hauptfaktor für ihre Langlebigkeit.“ Önder wies darauf hin, dass die Erfahrungen mit ihrer früheren wissenschaftlichen Publikation, der „3P Zeitschrift“, ebenfalls die Grundlage für diese Ansammlung bildeten.

Das beliebteste Thema: „Vergebung“
Önder erklärte, dass sie über 16 Jahre Dutzende von sensiblen und wichtigen Themen wie Leidenschaft, Eifersucht, Stigma, Narzissmus, Selbstmord, Böses und Sexualität behandelt hätten. Er verriet, dass die Ausgabe, die bei den Lesern das größte Interesse fand, „Vergebung“ war. Önder sagte: „Das wichtigste Element, das verhindern kann, dass Emotionen wie Wut und Zorn, die wir im Alltag erleben, langfristig werden, ist die Fähigkeit eines Menschen, vergebend zu sein. Vergebung erleichtert es der Person, sich zu entspannen und am Leben festzuhalten.“
„PsikeArt ist eine Weltpremiere“
Prof. Dr. Önder definierte PsikeArt als eine Zeitschrift, die „Psychologie/Psychiatrie mit Kunst verbindet, thematisch und bewusstseinsorientiert ist“. Er sagte, dass er bei seinen Recherchen im Ausland kein ähnliches Zeitschriftenmodell gefunden habe, was PsikArt zu einer Premiere in der Türkei und in der Welt mache. Önder teilte sein Ziel, dieses einzigartige Modell zu globalisieren, und kündigte an: „Im nächsten Jahr, ab Januar, werden wir versuchen, die Welt zu erreichen, indem wir eine englische Version von PsikeArt veröffentlichen.“

Herausforderungen im Verlagswesen und Balance
Önder erklärte, dass die größte Herausforderung auf der 16-jährigen Reise von PsikeArt wirtschaftlicher Natur war, da die Zeitschrift immer versucht habe, sich nur mit Leserunterstützung ohne Werbeeinnahmen über Wasser zu halten. Er drückte aus, dass sie niemals Druck wie Zensur ausgesetzt waren, weil sie eine Publikationslinie verfolgten, die Menschen zugute kommt und sich von Politik und Politikelei fernhält.
Die ausgewogene Brücke zwischen Kunst und Psychiatrie
Auf eine Frage zur befreienden Kunst und der potenziell einschränkenden Psychiatrie antwortete Önder: „Beide betreffen die Menschheit. Kunst befreit Menschen durch Kreativität. Psychiatrie ist nur in Bezug auf ungesunde Emotionen und Verhaltensweisen einschränkend; ansonsten befreit sie Menschen tatsächlich, indem sie ihr Bewusstsein erhöht. PsikeArt baut eine Brücke zwischen diesen beiden.“
Psika Cinema und ein Blick auf das türkische Kino
Önder erwähnte ihre andere Publikation unter demselben Dach, Psika Sinema Dergisi (Psika Cinema Magazin), und erörterte die Beziehung zwischen Kino und Psychologie, Philosophie und Soziologie. Er stellte fest, dass das türkische Kino kürzlich begonnen habe, diese Themen stärker mit Filmen widerzuspiegeln, die Charakteranalysen und Darstellungen menschlicher Zustände enthalten, und er betrachtete diese Entwicklung positiv.
„Psychische Gesundheit ist nicht mehr so tabu“
Önder erklärte, dass er glaube, psychische Gesundheit sei in der Türkei nicht mehr so tabu wie früher. Er bewertete: „Stigmatisierung war in der Vergangenheit sehr verbreitet. Aber jetzt, wenn Menschen sich unglücklich fühlen, suchen sie nach Lösungen und sind eher offen dafür, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, anstatt etikettiert zu werden. Entwicklungen in den Neurowissenschaften, die zeigen, dass Krankheiten hirnbasiert sind, helfen auch, diese falschen Überzeugungen zu brechen.“
Aufruf an die Jugend und neue Projekte
Önders Rat an einen jungen Psychiater oder Künstler lautet: „Je mehr Vielfalt es auf diesem Gebiet gibt, desto mehr steigt das Bewusstsein der Menschen. Sie zu unterstützen ist unsere Pflicht.“ Er erläuterte seine aktuellen Projekte wie folgt:
„Ab Oktober werden wir in Izmir, Ankara und Istanbul Veranstaltungen organisieren, um die 100 Ausgaben umfassende Reise von PsikeArt und verschiedene Themen im persönlichen Gespräch mit unseren Lesern zu teilen.“

Sie können die gesamte Sendung auf dem YouTube-Kanal von Turkey Haber Portalı und Gülbin Vardar’la Biz Bize ansehen.



















































