Der Künstler Akın Ekici konfrontiert den Betrachter in der 20. Etappe seiner malerischen Reise nicht mit der Architektur der Städte, sondern mit ihrer Seele. Diese besondere Ausstellung mit dem Titel „Unfinished Things: Supremacy in Fractals“ wurde Kunstliebhabern im Rahmen einer gut besuchten Eröffnungsfeier am 6. Mai 2025 in der Galerie Işık in Teşvikiye präsentiert.
Die Kuratierung der Ausstellung übernahm Professor Dr. Uğur Batı, ein vielseitiger Akademiker, der die Kunst mit seinem Denksystem auf einzigartige Weise verbindet. In der Ausstellung dringt die in den letzten Jahren vom Künstler entwickelte schichtbasierte Spachteltechnik meisterhaft in die fraktalen Strukturen und abstrakten Stadtbilder ein.
Mehr als 40 Werke – Ausdruck in Schichten
Die Ausstellung zeigt rund 40 Werke, darunter Ölgemälde, spezielle Drucke auf Batik und Seide, metallische Siebdrucke sowie – besonders hervorzuheben – modern interpretierte kalligrafische Kunstwerke.

Laut der Definition von Uğur Batı:
„Akın Ekici verwendet das Malmesser nicht einfach als Werkzeug, sondern als eine echte Sprache. Er geht über dicke, zufällige Oberflächen hinaus und kann mit derselben Technik millimetergenaue Details erzeugen. Das macht ihn zu einem seltenen Künstler im weltweiten Maßstab. In seinen Werken begegnet die fraktale Denkweise der Mathematik, der Architektur und der urbanen Psychologie.“
Städte sprechen durch ihre Textur
Für den Künstler Ekici sind Städte nicht nur physische Räume, sondern lebendige Organismen, die Erinnerung, Bedeutung, Rhythmus und farbliche Einheit in sich tragen. In seinen Arbeiten macht er diese urbane Seele durch abstrakte geometrische Konstruktionen und Farbschwingungen sichtbar:
„Die Textur Istanbuls hängt nicht nur mit seiner Silhouette zusammen, sondern auch mit den gesammelten Erfahrungen in seinen labyrinthartigen Gassen. Ich habe mich entschieden, diese Erfahrung durch fraktale Zyklen und überlagerte Schichten zu erzählen. Ein Gemälde gewinnt seine wahre Kraft nicht, wenn es vollendet ist – sondern wenn mir klar wird, dass es gar nicht vollendet werden kann.“
Ein Produktionsraum, bereichert durch künstlerische Kollaborationen
Die Ausstellung basiert nicht nur auf individueller Produktion, sondern auch auf kollaborativen Prozessen. Ekici schafft durch die Zusammenarbeit mit Künstlerinnen und Künstlern aus unterschiedlichen Disziplinen einen Raum für kollektive Ausdrucksformen:
Die Seiden-, Chardonnay-, Siebdruck- und Metalldruckanwendungen, die in Zusammenarbeit mit Hayrettin Susam entstanden, stellen seltene Beispiele dar, in denen traditionelle künstlerische Techniken mit zeitgenössischen Präsentationsformen verschmelzen.
Klassische kalligrafische Werke, initiiert von İsmail Hakkı Gurbetçi, verschmelzen mit Ekicis Texturen zu eindrucksvollen interdisziplinären Kompositionen.
Die abstrakten Kompositionen von Gülen Turan bereichern sich durch Ekicis eigene Farbschichten – eine Leinwand mit „zwei Signaturen“ entsteht.
Die Batik-Arbeiten von Mina Aydoğan wurden in direktem Bezug zu den Inhalten der Ausstellungsgemälde produziert.

„Diese Ausstellung ist in Wirklichkeit eine Zusammenarbeit im kleinen Maßstab – eine Formation, in der jeder Künstler dem anderen Raum öffnet und gemeinsam die ästhetischen Grenzen neu definiert.“
— Akın Ekici
Ein philosophisches Fundament vom Suprematismus zum Fraktalismus
Die im Ausstellungstitel enthaltenen Begriffe „Supremacy“ und „Fraktale“ stellen nicht nur ein ästhetisches Konzept dar, sondern auch ein ontologisches und philosophisches Angebot.
Der Suprematismus ist eine Kunstrichtung der reinen Emotion und Abstraktion, die unter der Leitung von Kasimir Malewitsch entstand.
Der Fraktalismus verweist auf die sich wiederholenden, unendlichen Formen der Natur und des menschlichen Geistes.
Akın Ekici verwandelt seine Gemälde in einen Raum visuellen Denkens, indem er diese beiden Strömungen mit Themen der zeitgenössischen urbanen Lebenswelt und der individuellen Erinnerung verbindet.
Besucherinformationen
📍 Ort: Galerie Işık, Teşvikiye
📅 Daten: 6. – 19. Mai 2025
🕒 Öffnungszeiten: 11:00 – 19:00 Uhr (täglich außer montags)
🎟️ Eintritt: Frei
Diese Ausstellung ist nicht nur ein visuelles Fest, sondern ein zeitgenössischer Erzählraum, in dem Emotion, Gedanke und mehrschichtige Technik aufeinandertreffen. In den Worten des Künstlers:
„Es war ein Ausdrucksraum, in dem ich mit meinen Farben sprach, die Stadt neu entdeckte und den Rhythmus der Vergangenheit mit der Geometrie der Gegenwart verschmolz. Ich hoffe, dass der Betrachter darin seine eigene Schicht finden wird.“




















































