Die Kultur- und Kunstsendung „Rengârenk“ präsentierte in dieser Woche mit Moderatorin Zehra Aksoy die Künstlerin Zuhal Neccar, bekannt unter dem Namen „Zuzu“. Die Absolventin der Mimar Sinan Universität der Schönen Künste (Neşe Erdok Werkstatt) teilte die tiefgründigen und berührenden Geschichten hinter ihren Werken.
Ursprung der Themen: Vaterliebe und Kindheitserinnerungen
Zuhal Neccar erklärte, dass die Hauptthemen ihrer Bilder – „Schüchternheit, Zurückhaltung und Unschuld“ – von der Bewunderung ihres Vaters für ihren „schüchternen Blick“ auf einem Kindheitsfoto inspiriert wurden. „Mein Vater sagte einmal: ‚Dieses Foto von dir mag ich besonders.‘ Das wurde zu meiner Inspiration“, so die Künstlerin. Diese Thematik zeigt sich in ihren Werken durch kindliche Figuren, die sich hinter den Röcken ihrer Mütter verstecken und mit einer Mischung aus Neugier und Zaghaftigkeit nach oben blicken.

Wendepunkt: George Floyd und libysche Wurzeln
Die Sendung beleuchtete eine Schlüsselphase in Neccars Schaffen – die Einbeziehung schwarzer Figuren. Der Tod von George Floyd 2020 habe sie zutiefst erschüttert: „Diese Polizeigewalt hat mich sehr betroffen gemacht. Ich vergesse das nie.“ Seither integriert sie systematisch schwarze Figuren neben weißen, um eine universelle Botschaft gegen Rassismus zu vermitteln.
Doch die Wurzeln dieses Themas reichen weiter zurück – in ihre Kindheit in Libyen, wo sie sechs Jahre lebte. Zwei prägende Erinnerungen teilte sie:
- Mesudes Duft: Sie vergaß nie den Namen ihrer schwarzen Schulfreundin Mesude Abdallah. „Ihre Haut roch anders – schöner, besonderer. Selbst Parfüm wirkte bei ihr intensiver“, beschrieb sie den olfaktorischen Einfluss auf ihre Kunst.
- Eine majestätische Frau: Bei einer Freundin traf sie eine großgewachsene somalische Frau, deren Anblick sie staunen ließ: „Als ich sie auf dem Bett liegen sah, dachte ich zunächst an eine Statue.“
Diese Erlebnisse begründeten ihre tiefe Verbundenheit mit schwarzer Kultur, die später in ihrer Kunst sichtbar wurde.

Vom Lehramt zur Kunst: Herausforderungen und Ratschläge
21 Jahre unterrichtete Neccar Kunst, arbeitete auch an Schulen für Hörgeschädigte und lernte Gebärdensprache. Parallel schuf sie stets neue Werke und realisierte bisher 18 Einzelausstellungen. Sie betonte die Schwierigkeiten für Künstler in der Türkei: „Nach dem Studium fühlte ich mich wie ein Fisch ohne Wasser. Es gab weder Unterstützung noch Orientierung.“
Ihre Ratschläge an junge Künstler: „Kunst ist Leidenschaft. Fallen, leiden, aber wieder aufstehen. Dranbleiben – niemals aufgeben. Originalität erfordert harte Arbeit.“ Zudem betonte sie die Bedeutung von Kunstmarketing: „Du musst deine Werke bekannt machen können. Das schmälert die Kunst nicht.“
Zukünftige Projekte und Einladung
Mit ihrem einzigartigen Mix aus Surrealismus und Pop Art plant Zuzu nun mythologische Themen wie „Noahs Arche“ und Großformate. Sie lud ein, ihrem Instagram-Account „Zuzu Art 2024“ zu folgen, wo sie ihren Schaffensprozess teilt.
