Die Geschichte lebt nicht nur in den verstaubten Seiten von Büchern; manchmal wird sie durch die Linse einer Kamera oder in den Augen einer Schauspielerin neu geboren. Das erstmals veranstaltete Düzce Konuralp Internationale Filmfestival war nicht nur eine Organisation, sondern eine künstlerische Brücke, die Vergangenheit und Zukunft verbindet und sich tief ins Gedächtnis der Stadt eingebrannt hat. Vier Tage lang spiegelten sich alle Farben des Kinos in den uralten Steinen von Konuralp, in den Straßen von Düzce und in den Sälen der Universität wider. Und der Vorhang fiel am 18. Mai mit einer prachtvollen Abschlusszeremonie.

Eine Stadt, eine Leidenschaft, ein Festival: Das Kino steht Düzce hervorragend zu Gesicht
Düzce, das mit seinen historischen Wurzeln am Rande des Schwarzen Meeres liegt, war mit diesem Festival nicht nur Gastgeber einer Kinoveranstaltung, sondern eines kulturellen Erwachens. Einer der Architekten des Festivals, der Gouverneur von Düzce, Selçuk Aslan, fasste diesen Prozess in seiner Eröffnungsrede so zusammen:
„In diesem Land sind Geschichte und Kino stark. Sie zusammenzubringen bedeutet nicht nur, ein Festival zu veranstalten; es war, eine Stadt und eine Kultur für die Zukunft vorzubereiten. Gemeinsam haben wir den ersten Schritt unternommen, das Kino ins Herz unserer Stadt zu holen.“
Die während des Festivals stattgefundenen Filmvorführungen, Podiumsdiskussionen und Gespräche zogen nicht nur die Einwohner von Düzce, sondern auch Kinobegeisterte aus verschiedenen Teilen der Türkei an. Von Universitätsstudenten über Filmkritiker bis hin zu professionellen Regisseuren und lokalen Künstlern wurde ein vielfältiges Publikum Teil dieses kollektiven Kunstfestivals.

Eine meisterhafte Stimme, Respekt, der Meistern gebührt: Die Geschichte von Ediz Hun
Einer der besonderen Höhepunkte des Festivals war zweifellos das Gespräch mit Ediz Hun, dem Urgestein des türkischen Kinos. Hun teilte persönliche Anekdoten aus seinem Leben und betonte, dass das Kino für ihn nicht nur ein Beruf, sondern eine Lebensweise sei:
„Ich habe meine Universität mit dem Kino begonnen. Die Kamera hat mich Geduld gelehrt, pünktlich am Set zu sein, eine Rolle zu leben und Verantwortung gegenüber den Menschen zu übernehmen. Das Kino war meine wahre Universität.“
Der ihm bei der Abschlussveranstaltung verliehene Ehrenpreis für sein Lebenswerk war nicht nur eine Anerkennung seiner langen Karriere, sondern auch ein Dankeschön für die Eleganz, die er der Kunstwelt geschenkt hat.


Preise gingen an Geschichten, Geschichten hinterließen Spuren
Die Wettbewerbssektionen des Festivals gliederten sich in vier Kategorien. Die Filme in den Kategorien Spielfilm, Dokumentarfilm, Produktionsförderung und das Sonderpreis der Gouverneurschaft zeichneten sich nicht nur durch ihre Inhalte, sondern auch durch ihren sozialen und künstlerischen Wert aus:
🎬 Spielfilm-Kategorie
Bester Film: Aç Açına – Ahmet Toğaç
Zweiter Platz: The Plain Sing – Gita Feizi
Dritter Platz: Toprağın İzi – Mert Eşberk
📽️ Dokumentarfilm-Kategorie
Bester Dokumentarfilm: Free Words: A Poet From Gaza – Abdullah Harun İlhan
Zweiter Platz: Baletler Köyü – Fatih Diren
Dritter Platz: Beyaz Dağın Çocukları – Yalçın Çiftçi
🎞️ Produktionsförderungs-Kategorie
Erster Platz: Anne, Babam Bana Kızacak mı? – Selin Aktaş
Zweiter Platz: 9.10 – Duhan Kavakoğlu
🕊️ Sonderpreis der Gouverneurschaft
Emma – Merve Kuş Mataracı

Nach einem Anfang…
Düzce hat mit diesem erstmals veranstalteten Festival nicht nur die Türen zum Kino geöffnet, sondern auch eine eigene Kunstsprache geschaffen. Das Düzce Konuralp Internationale Filmfestival, dessen Wachstum und Fortsetzung in den kommenden Jahren erhofft wird, steht nun am Beginn, eine Tradition zu werden.
Die Kameras sind erloschen, die Säle in Stille gehüllt, doch zurück bleiben Bilder, die im Gedächtnis haften, Worte, die im Saal widerhallen, und Geschichten, die sich in die Herzen eingeprägt haben.