Die Sendung „Eylül Aşkın İle“ (Mit Eylül Aşkın), moderiert von Eylül Aşkın, beleuchtete in ihrer 94. Folge die Schnittstelle zwischen Kunst und dem Arbeitskampf innerhalb der Branche. Der Gast des Interviews, das in der warmen Atmosphäre von „Nostalji Antik“ stattfand, das das historische Gewebe des Stadtteils Cihangir widerspiegelt, war „Makeup-Guru“ Aybüke. Sie ist bekannt für ihren tiefgründigen Ansatz in der Kunst des Make-ups und dafür, die Plattform „Sette Şikayet Var“ (Es gibt Beschwerde am Set) gegründet zu haben, um die Stimme der Set-Mitarbeiter zu sein.
Aybükes Beziehung zur Kunst basiert auf einer sehr viel tieferen und technischeren Grundlage, als viele vermuten mögen. Die Künstlerin, die angab, ihre Karriere als „Coloristin“ nach einem Abschluss in Färberei und Ausrüstung begonnen zu haben, beschrieb ihre damalige Tätigkeit mit den Worten: „Ich war diejenige, die die mathematische Formel dafür schrieb, wie viel von welchem Farbstoff verwendet werden muss, um Stoffe, Fasern und Garne einzufärben.“ Ihre angeborene Kreativität und Leidenschaft für die enge Zusammenarbeit mit Menschen führten sie jedoch von dieser technischen Welt zur Kunst des Make-ups, bei der sie das menschliche Gesicht als Leinwand betrachtet. Sie fasste diesen Übergang mit den Worten zusammen: „Wenn man sein Hobby zum Beruf macht, langweilt man sich nie, man kommt sehr weit, und außerdem wird man dafür bezahlt.“ Die Entstehung des Spitznamens „Makeup-Guru“ verlief ganz organisch; eine Berühmtheit, mit der sie zusammenarbeitete, sagte: „Du bist ein Make-up-Guru, du musst nicht nachdenken“, und sie nahm den Titel liebevoll an.

Für Aybüke ist Make-up nicht nur eine technische Anwendung, die an anatomische Regeln und ästhetische Prinzipien wie den „Goldenen Schnitt“ gebunden ist. Sie sieht Make-up als Spiegel der inneren Welt eines Menschen. Aybüke, die sagt: „Wenn es etwas gibt, das ich immer innerlich gespürt und bemerkt habe und das ich jetzt bewusst tue, dann ist es die Emotion, die die Präsenz der Menschen vermittelt“, stellt die Einheit von Seele, Körper und Geist in den Mittelpunkt ihrer Philosophie. Selbst wenn es kein bestimmtes Konzept oder keine Geschichte gibt, betont sie, dass sie versucht, die Energie und den Geist der Person, die sie schminken wird, zu verstehen und so ein personalisiertes Kunstwerk zu schaffen. Anstatt Trends blind zu folgen, zieht sie es vor, ihre eigene Interpretation hinzuzufügen. Als bestes Beispiel dafür führt sie ihr „Tote Frida Kahlo“-Make-up an, das von dem Animationsfilm Coco inspiriert wurde; bei dieser Arbeit nahm sie ein populäres Konzept und verband es mit ihrer eigenen originellen und tiefgründigen Vision. Sie drückt die Bedeutung der Farben in ihrem Leben mit den Worten aus: „Wenn ich das Leben betrachte, sehe ich manchmal nur Energie Felder und Farben“, und fügt hinzu, dass sie sich auch für die spirituellen Dimensionen von Farben interessiert, wie Chakren und Heilung.

Der entscheidende Punkt des Interviews war Aybükes Kampf gegen die Probleme, die sie am Set erlebte und die das gemeinsame Leid Tausender Arbeiter in der Branche sind. Sie erklärte, dass eine chaotische Erfahrung am Set einer Dokumentation mit dem Titel „Tarihi Yargılamalar“ (Historische Urteile) der Tropfen war, der das Fass zum Überlaufen brachte. Sie beschrieb die Geschehnisse an diesem Set mit den Worten: „Normalerweise lösen Produzenten und Produktionsleiter Probleme… (an diesem Set) schufen sie welche. Die Künstler haben sie gelöst, und ich erlebte sowohl Himmel als auch Hölle, so viel Erfrischung wie dieses Chaos.“ Diese Erfahrung ließ sie erkennen, dass das größte Problem in der Branche mangelnde Kommunikation und Transparenz ist. Sie gründete die Plattform „Sette Şikayet Var“ mit der Idee, einen gemeinsamen Raum zu schaffen, in dem die Leute sagen können: „Schaut, ich war dort und das ist mir passiert. Nur damit ihr Bescheid wisst, Leute.“ Sie betonte, dass es nicht ihr Ziel sei, die Branche zu untergraben, sondern vielmehr den Arbeitern zu ermöglichen, Vorkehrungen zu treffen, und sagte: „Jetzt, wollt ihr euer Geld im Voraus, werdet ihr einen Vertrag machen, werdet ihr Essen mitbringen? Das liegt an euch. Aber lasst es uns zumindest transparent teilen, lasst es uns wissen.“ Mit den Worten: „Der Rechteinhaber ist der Sultan. Der Rechteinhaber hat nichts, wofür er sich schämen oder was ihn befangen machen müsste“, machte sie allen Arbeitern Mut und betonte, dass die Plattform ein Präventivmechanismus angesichts der Langsamkeit des Rechtssystems sein soll.
Am Ende des Gesprächs teilte Aybüke mit, dass man sie über ihre Social-Media-Konten „Makeup Guru Aybüke“ erreichen kann und dass Branchenmitarbeiter die Plattform über die Adresse „settesikayetvar.com“ erreichen können. Die Sendung hinterließ einen tiefen Eindruck bei den Zuschauern, sowohl durch Aybükes Leidenschaft für ihre Kunst als auch durch ihr Engagement für die Suche nach Gerechtigkeit in der Branche.
